Alles außer Theater

 

Was tun, wenn der „Männernotstand“ Einzug hält? Wenn aus persönlichen und beruflichen Gründen nicht genügend Männer für ein vernünftiges Theaterstück zur Verfügung stehen, man das treue Publikum aber nicht vor den Kopf stoßen will? Genau, man macht einen Sketche- und Tanzabend.

So geschehen am 07.07.12 bei der Theaterabteilung des TSV Lützelburg.

Doch vorher noch die großen Vorbereitungen. Wer macht mit? Welche Sketche werden gespielt? Finden wir noch jemanden, der Musik macht? Alegria Flamenca könnte doch ne Tanzeinlage machen…..

Ideen waren viele da und nach und nach wurden sie umgesetzt. Das Orga-Team um Heide Baumer tagte, lachte, verzweifelte.  Aber jeder hat sich mit eingebracht, ob aktiv auf der Bühne dann, als Helferlein dahinter oder bereits im Vorfeld mit den Flyern.

Mit der Zeit nahm das Ganze Form an und der Tag der Wahrheit rückte näher. Am Tag der Aufführung dann bis Mittags noch betrübte Miene, weil die Wolken einfach nicht weggehen wollten. Doch dann ab 14 Uhr strahlte die Sonne, der Abend unter freiem Himmel war gerettet.

Dementsprechend heiter war die Stimmung auch unter den Mitwirkenden, wie sich beim allgemeinen Treffpunkt herausstellte.

Es wusste zwar keiner, was ihn erwartet. Das Gute daran war….auch das Publikum wusste es nicht. Und das waren die besten Voraussetzungen für einen gelungenen Abend.

Aufgestuhlt wurde nicht wie beim Theater in reinen Stuhlreihen, sondern in Biergarten-Manier, was sich sofort auf die Atmosphäre auswirkte. Die Stimmung unter den Zuschauern war große Klasse.

Schon beim Eröffnungsbild. Hier hatte sich Regisseurin Heide Baumer was Besonderes einfallen lassen. Jeder stolperte in einem „geordneten Chaos“ getreu seines „Verwendungszwecks“ über die Bühne: der Bühnenbauer etwa schimpft über die Sonderwünsche beim Bühnenbau, die Inspizientin rennt mit Nadel und Faden hinter einer Schauspielerin her, um noch letzte Näharbeiten zu vollenden, der Techniker kämpft mit Kabeln….und von Anfang an sind die Besucher voll dabei und machen Stimmung. So beflügelt enterten die Ratschkattln Resi und Walli  die Bühne, um aus dem Theater-Nähkästchen zu plaudern.

Dann folgten verschiedene Sketche der Jugend und der alten Hasen. Die Begeisterung der Besucher übertrug sich auf die Bühne und es wurden wahrlich Höchstleistungen erbracht.

Nach einer etwas größeren Pause eröffnete Kerstin Jütting mit ihrer Gruppe Alegria Flamenca den zweiten Teil des Abends. Danach folgten weitere Sketche und nicht nur einmal hörte man ein Raunen im Publikum, weil sich der ein oder andere wiedererkannt hat.

Kurz nach 22 Uhr hieß es dann „Vorhang zu“ und die Besucher gingen zufrieden und gut unterhalten nach Hause - nicht ohne vorher noch kräftig ihren Obolus ins Spendenkörbchen zu werfen. Denn an diesem Abend war der Eintritt frei, es wurde jedoch um Spenden für einen guten Zweck gebeten.

Immer wieder wurde der Wunsch nach der Wiederholung eines solchen Abends laut. Auch aus der Theaterabteilung selbst, konnten doch Talente mit ins Boot geholt werden, die aufgrund des Zeitaufwands bei einem ganzen Theaterstück nicht dabei sein können. Bei einem kurzen Sketch ist das schon einfacher und so bestand für viele die Möglichkeit,  ihr Können an den Tag zu legen und einfach dabei zu sein.

Unterm Strich kann man sagen, dass diese Veranstaltung eine mehr als gelungene Veranstaltung war und damit bestimmt keine Eintagsfliege bleibt.

 

Mitwirkende waren :

 Regie und Gesamtorganisation: Heide Baumer

 Darsteller:

Klaus Benkhart, Wolfgang Bronner, Fabian Christi, Johannes Christi, Josef Fink. Thomas Frank, Anton Ley,  Michaela Meir, Christine Meyer, Cornelia Müller, Katharina Müller, Tobias Müller, Julius Pfahler, Michael Popmpe, Petra (Tini) Reichenbach, Anita Reinermann, Andrea Zesewitz

Alegria Flamenca unter der Leitung von Kerstin Jütting:

Kerstin Jütting, Sebastian Schneider, Sonja Ullmann, Helen Wall, Olga Wall

 Fleißbienchen auf und hinter der Bühne:

Roland Brandmeyer  (Technik), Waltraud Greisl (Inspizientin), Anton Ley (musikalische Begleitung), Petra Kretschmer (Maske), Peter Reichenbach (Bühnendienst), Josef Wagner (Moderation)